Seit dem 7. September 2021 dürfen alle Bürger der EU wieder nach Kanada einreisen, wenn sie vollständig gegen COVID-19 geimpft sind. Dafür ist es notwendig, nachzuweisen, dass man eine der Impfungen erhalten hat, die in Kanada akzeptiert werden. Außerdem sind eine Reihe von Formalitäten vorgesehen:

 

Die folgenden vier Impfstoffe werden momentan von Kanada anerkannt:

Hier finden Sie eine kurze Zusammenfassung der Merkmale dieser Impfstoffe und einige weitere Informationen zur Reise nach Kanada.

 

Pfizer-BioNTech

Dieser Impfstoff wird in einer Kooperation zwischen Pfizer Inc. und dem deutschen Unternehmen BioNTech hergestellt. Es handelt sich um einen mRNA-Impfstoff.

Für eine Immunisierung sind zwei Impfdosen nötig, die im Abstand von etwa 21 Tagen verabreicht werden. Bei sehr betagten Personen und solchen mit einem geschwächten Immunsystem ist eine dritte Dosis empfohlen, die 28 Tage nach der zweiten Teilimpfung erfolgen soll. Alle anderen Personen sollten sich 6 Monate nach der zweiten Teilimpfung eine Auffrischung geben lassen.

Diese Spritze wird in den Oberarmmuskel gegeben. Der Impfstoff trägt den Markennamen COMIRNATY.

Der Impfstoff von Pfizer-BioNTech wird für Menschen ab 12 Jahren empfohlen.

Wer eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie) oder eine sofortige allergische Reaktion auf einen Bestandteil des Impfstoffs hatte, sollte diesen Impfstoff nicht bekommen.

Eine schwere allergische Reaktion ist eine Reaktion, die mit Epinephrin oder EpiPen oder mit medizinischer Versorgung behandelt werden muss. Unter einer allergischen Sofortreaktion versteht man eine Reaktion innerhalb von vier Stunden nach der Impfung. Dabei treten Symptome wie Nesselsucht, Schwellungen oder Keuchen (Atemnot) auf.

Wer auf diesen Impfstoff allergisch reagiert, hat möglicherweise die Möglichkeit, sich mit einem anderen Impfstoff impfen zu lassen.

 

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen sind Schmerzen an der Einstichstelle, Rötungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Übelkeit und Fieber. Diese Nebenwirkungen treten innerhalb von einem oder zwei Tagen nach der Impfung auf. Sie sind normale Anzeichen dafür, dass der Körper sich einen Schutz aufbaut.

In klinischen Studien traten in den ersten sieben Tagen nach der Impfung häufig Nebenwirkungen auf. Diese waren aber meist leicht. Bei einigen Personen traten Nebenwirkungen auf, die sie im Alltag beeinträchtigten. Diese Nebenwirkungen kommen häufiger nach der zweiten Dosis vor.

 

Wie gut wirkt der Impfstoff?

Der Impfstoff von Pfizer-BioNTech (COMIRNATY) war bei der Verhinderung einer im Labor bestätigten Infektion mit dem COVID-19 Virus zu 95 % wirksam. Das gilt für Personen, die zweimal geimpft wurden und bei denen es keine Anzeichen gab, dass sie vorher infiziert waren. Die Probanden waren ab 16 Jahre alt.

Der Impfstoff erwies sich in klinischen Studien als hochwirksam bei der Prävention von COVID-19 bei Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts, unterschiedlicher Rasse und ethnischer Zugehörigkeit, sowie bei Menschen mit medizinischen Grunderkrankungen.

Es ist erwiesen, dass mRNA-COVID-19-Impfstoffe unter realen Bedingungen einen ähnlichen Schutz bieten wie in klinischen Studien. Sie reduzieren bei vollständig geimpften Menschen das Risiko, an COVID-19 zu erkranken, um mindestens 90 %.

 

Moderna

Auch bei dem Impfstoff von ModernaTX, Inc. handelt es sich um einen mRNA-Impfstoff.

Dabei werden zwei Impfungen im Abstand von etwa 28 Tagen verabreicht. Bei diesem Impfstoff wird ebenfalls empfohlen, dass immungeschwächte Personen eine dritte Impfung erhalten sollten. Momentan sind keine Auffrischungsimpfungen vorgesehen.

Diese Impfung bekommt man als Spritze in den Oberarmmuskel. Der Impfstoff wird für Personen ab 18 Jahren empfohlen.

Wenn jemand eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie) oder eine unmittelbare allergische Reaktion, auch wenn sie nicht schwerwiegend war, auf einen Bestandteil dieses mRNA-COVID-19-Impfstoffs (wie Polyethylenglykol) hatte, sollten sich diese Person nicht mit dem Impfstoff von Moderna impfen lassen.

Unter einer schweren allergischen Reaktion versteht man (wie gesagt) eine Reaktion, die mit Epinephrin behandelt werden muss. Dabei treten Symptome wie Nesselsucht, Schwellungen und Atemnot auf.

 

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen des Impfstoffs sind Schmerzen, Rötungen, Schwellungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Übelkeit und Fieber. Alle diese Nebenwirkungen kommen bis zu zwei Tage nach der Impfung vor. Sie sind ein Zeichen, dass der Körper auf den Impfstoff reagiert, verschwinden aber in der Regel in wenigen Tagen.

 

Sicherheitsdaten

In klinischen Studien traten in den ersten sieben Tagen nach der Impfung oft Nebenwirkungen auf. Diese waren aber meist leicht bis mittelschwer. Nur bei wenigen Personen traten stärkere Reaktionen auf, sodass sie krankgeschrieben werden mussten.

Nebenwirkungen, die den ganzen Körper betreffen (wie Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit und Kopfschmerzen), kommen öfter nach der zweiten Dosis vor.

 

Wie gut wirkt der Impfstoff?

Nach den Erkenntnissen aus klinischen Studien war der Moderna-Impfstoff bei Personen ab 18 Jahren zu 94,1 % dabei wirksam, eine im Labor bestätigte COVID-19-Infektion zu verhindern. Das gilt für Personen, die zwei Dosen erhalten haben und bei denen keine Anzeichen einer früheren Infektion vorliegen.

Der Impfstoff war in klinischen Studien hochwirksam bei der Vorbeugung von COVID-19-Infektionen bei Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts, unterschiedlicher Rasse und ethnischer Zugehörigkeit, sowie bei Menschen mit medizinischen Grunderkrankungen.

 

AstraZeneca

Der Impfstoff von AstraZeneca trägt den Namen Vaxzevria. Er ist für Personen ab 18 Jahren vorgesehen. Dieser Impfstoff wird aus einem anderen Impfstoff aus der Familie der Adenoviren hergestellt. Diese werden so verändert, dass sie ein Gen für die Herstellung eines Proteins aus COVID-19 enthalten.

Vaxzevria enthält nicht das Virus selbst und kann COVID-19 deshalb nicht auslösen.

Auch bei Vaxzevria bekommt man zwei Injektionen in den Oberarm. Die zweite Dosis sollte zwischen vier und zwölf Wochen nach der ersten Dosis verabreicht werden.

 

Wirkung von Vaxzevria

Nach der Impfung bringt der Impfstoff ein SARS-CoV-2-Gen in die Körperzellen ein. Die Zellen nutzen das Gen, um ein Spike-Protein zu produzieren, das auch kennzeichnend für COVID-19 ist. Das Immunsystem der geimpften Person erkennt dann dieses Protein als fremd und produziert Antikörper und aktiviert T-Zellen (das sind weiße Blutkörperchen), um es anzugreifen.

Wenn die geimpfte Person später mit dem SARS-CoV-2-Virus in Kontakt kommt, erkennt ihr Immunsystem dieses und ist fähig, den Körper dagegen zu verteidigen. Das im Impfstoff enthaltene Adenovirus kann sich nicht vermehren und verursacht auch keine Krankheit.

 

Wirksamkeit laut Studien und Nebenwirkungen

Die kombinierten Ergebnisse von vier klinischen Studien in Großbritannien, Brasilien und  Südafrika haben gezeigt, dass Vaxzevria sicher und wirksam bei der Prävention von COVID-19 bei Menschen ab 18 Jahren ist. An diesen Studien nahmen insgesamt 24.000 Personen teil. Die Hälfte erhielt den Impfstoff, die andere Hälfte eine Kontrollinjektion. Die Teilnehmer wussten nicht, ob sie den Testimpfstoff oder die Kontrollinjektion erhalten hatten.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Zahl der COVID-19-Fälle bei Personen, die den Impfstoff erhielten, um 59,5 % zurückging. Die meisten Teilnehmer an diesen Studien waren zwischen 18 und 55 Jahre alt. Die Ergebnisse bei älteren Teilnehmern reichten nicht aus, um eine Aussage darüber zu treffen, wie gut der Impfstoff in dieser Gruppe wirkt.

Auch bei diesem Impfstoff treten manchmal Nebenwirkungen wie Rötungen, Schwellungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen auf. Diese sind ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem auf die Impfung reagiert.

 

Janssen/Johnson & Johnson

Dieser Impfstoff wird von Janssen Pharmaceuticals hergestellt, einem Unternehmen, das zu Johnson & Johnson gehört. Es handelt sich ebenfalls um einen viralen Vektorimpfstoff. Anders als bei den anderen anerkannten Impfungen ist nur eine Impfdosis nötig.

Eine Auffrischung der Impfung ist momentan noch nicht vorgesehen. Diese Spritze wird ebenfalls in den Oberarm verabreicht.

Der Impfstoff ist für Personen ab 18 Jahren empfohlen. Wer eine schwere allergische Reaktion auf einen der Inhaltsstoffe (z. B. Polysorbat) hatte, sollte allerdings von der Impfung absehen.

 

Nebenwirkungen

Auch bei diesem Impfstoff sind Nebenwirkungen normal. Am geimpften Arm kommt es zu Rötungen und Schwellungen. Weiters sind Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Schüttelfrost, sowie Fieber und Übelkeit möglich.

Auch Ohnmachtsanfälle kommen mit einer Rate von etwa 8 Ohnmachtsanfällen pro 100.000 verabreichten Dosen vor.

 

Wie gut wirkt der Impfstoff?

Studien zur Wirksamkeit zeigten zwei Wochen nach der Impfung eine Reduktion von 67 Prozent der Ansteckungen mit COVID-19. Das heißt, dass der Impfstoff in den klinischen Studien eine Wirksamkeit von beinahe 70 Prozent aufweist.

 

Weitere Fakten zur Einreise nach Kanada

Kanada gehört zu den Ländern, die eine Kombination verschiedener Impfstoffe erlauben – solange die Dosen zu den beschriebenen vier Impfstoffen gehören.

Was die Impfbescheinigung angeht, haben die kanadischen Behörden darauf hingewiesen, dass das Dokument nur in englischer oder französischer Sprache abgefasst sein darf und digital in der App ArriveCAN hochgeladen werden muss. Deshalb sollten Reisende aus der EU, die keinen Impfpass in einer dieser beiden Sprachen besitzen, eine beglaubigte Übersetzung dieses Dokuments anfertigen lassen. Sie müssen sowohl den Original-Impfnachweis als auch die beglaubigte Übersetzung während der Reise aufbewahren.

Was die Reisenden betrifft, die sich von der Corona-Infektion erholt haben, so haben die kanadischen Behörden mitgeteilt, dass sie trotzdem eine vollständige Serie anerkannter COVID-19-Impfstoffe brauchen, um einreisen zu dürfen.

Für Kinder unter 12 Jahren, die noch nicht geimpft sind, haben die Behörden festgestellt, dass sie von der Quarantänepflicht befreit sind, sofern sie von vollständig geimpften Reisenden begleitet werden. Im Gegensatz dazu müssen ungeimpfte Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren alle Test- und Quarantänevorschriften einhalten.